Wer aber ist dann der von Fox News präsentierte Experte, der in der TV-Show von Schwedens grossen Problemen, über Kriminalität und Flüchtlinge sprach und erklärte, es sei in dem Land nicht möglich, eine offene und ehrliche Debatte über Zuwanderung zu führen?Nach Recherchen der Zeitung «Dagens Nyheter» ist Bildt selbst ein verurteilter Gewalttäter. Dem Bericht zufolge wurde Bildt im Juni 2014 in Virginia festgenommen, nachdem er Ordnungskräfte angegriffen hatte. Im November desselben Jahres wurde Bildt demnach zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt. Laut «Dagens Nyheter» erklärte Bildt gegenüber der Zeitung per Mail, er könne sich zu den Anschuldigungen nicht äussern, da er davon nichts wisse.

Unterschiedlichen Berichten zufolge soll Nils Bildt 1994 aus Schweden ausgewandert sein, damals hiess er noch Nils Tolling. Den Nachnamen änderte er später. Er soll mehrere Sicherheitsfirmen in den USA führen. Zumindest zeitweise soll Bildt in Japan gelebt haben und dort für japanische Medien gearbeitet haben. Zuvor soll er Berichten zufolge am King’s College in London studiert haben.Bildt selbst erklärte laut schwedischen Medien auf Anfrage: Die Bezeichnung «Verteidigungs- und Sicherheitsberater» sei von der Fox-News-Redaktion ausgewählt worden, er selbst hätte keinen Einfluss darauf gehabt. Er sei unabhängiger Analyst, der in den USA lebe.Anders als Bildt hatte die USA-Korrespondentin von «Expressen» in der Fox-News-Sendung zurückgewiesen, dass es in Schweden eine Welle der Gewalt gäbe. Weiterhin sei das Land eines der sichersten und friedlichsten weltweit. Sie wies ausserdem zurück, dass die gestiegene Waffengewalt im Zusammenhang mit dem Flüchtlingszuzug stehe. Es gäbe dennoch Herausforderungen.

Auf der Seite der Show «The O’Reilly Factor» ist eine kurze schriftliche Zusammenfassung zu der Sendung zu finden, in der Bildt aber keine Beschreibung zugefügt ist.Seit Tagen berichten US-Medien – angeführt von Trumps Lieblingssender Fox News – über Schweden und das dort angeblich herrschende Chaos. In der Stadt Malmö hatte es in den vergangenen Wochen mehrere Morde gegeben – die Täter sind unbekannt. In einem Stockholmer Viertel, in dem hauptsächlich Migranten leben, gab es vor einigen Tagen Krawalle.Trump hatte bereits Tage vor diesen Ausschreitungen vergangenes Wochenende in einer Rede suggeriert, es habe in Schweden einen Terroranschlag gegeben. Was nicht stimmte. Später erklärte der US-Präsident, er habe sich bei seinem Ausspruch auf Fox News bezogen. In dem Beitrag, auf den sich Trump bezog, wurden auch zwei schwedische Polizisten zitiert und als Kronzeugen für die schwierige Lage in Schweden herangezogen. Die Polizisten allerdings wehrten sich nach Ausstrahlung des Films. Ihre Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Ihnen sei gesagt worden, in den Interviews gehe es um Kriminalität in Brennpunkten. Es sei nicht von einem Fokus auf Einwanderung und Flüchtlingen die Rede gewesen. Er hätte auf ganz andere Fragen geantwortet, als später in dem Fox-News-Beitrag suggeriert worden sei, so der schwedische Polizist Anders Göranzon.